Chronik

Die Firma

Möbius Dienstleistungen e.K.

ist ein leistungsfähiger und anerkannter Handwerksbetrieb in der Region Dessau – Roßlau, welche durch Namensänderung per 15.01.2014 aus der Glas-und Gebäudereinigung Panzer e.K. hervorgegangen ist. Seit seiner Gründung am 15.06.1900 war er in ununterbrochener Folge bis zum 31.12.2004 im Familienbesitz.

Ende 2004 übergab Eugen Panzer aus Altersgründen und aus Ermangelung eines Nachfolgers innerhalb der Familie das Unternehmen an seine langjährige leitende Mitarbeiterin Annett Möbius.

Unter der Bezeichnung Glas- und Gebäudereinigung Panzer e.K. wird die Firma durch Frau Möbius ( Finanzkaufmann, Gebäudereinigerin, staatlich anerkannte Desinfektorin) seit dem 01.01.2005 erfolgreich fortgeführt.

CHRONIK

ueber-uns-01Im Jahr 1900 gründet der 37-jährige Kaufmann Max Panzer sein „Internationales Reinigungs-Institut Berlin-Dessau“ die Geschäftseröffnung wird im Anhaltischer Staats-Anzeiger“ v. 15.Juni 1900 bekannt gemacht.

Etwa um 1906 muß Max Panzer dann den Durchbruch geschafft haben, in den Anzeigen der Folgejahre bis 1909 liegt die Betonung auf der Reinigung von Fenstern, Hausfassaden und Bettfedern (mit maschinellem Betrieb! ).Etwa zu dieser Zeit muß, angeregt durch diese positive Entwicklung, sein jüngerer Bruder Richard (oder Karl ?) Panzer in Marburg sein Fensterreinigungsinstitut gegründet haben, nach dem 1.Weltkrieg wird dann der Neffe Herrmann Dietsch mit der Eröffnung eines Geschäfts zur Glasreinigung in der Stadt Goslar folgen.

Mit der zunehmenden Industriealisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und dem Wachstum der Bevölkerung und der Städte, wurde der Baustoff Glas im zunehmenden Maße eingesetzt. Die Entwicklung neuer Kunststoffe und die Verarbeitung von Leichtmetallen an Fassaden und Innenräumen erforderten zunehmend ein umfangreiches Fachwissen. Dem Rechnung tragend, wurde im Jahre 1934 der Gebäudereiniger als gesetzlich anerkannter Handwerksberuf eingestuft.

Mit dem Jahr 1937 erfährt der Betrieb ein schmerzliches Ereignis, der Kaufmann Max Panzer verstirbt im Alter von 74 Jahren. Daraufhin übernimmt am 5. Mai d. Jahres seine Ehefrau Selma Panzer geb. Kuntze das Geschäft, welches nunmehr als

„Max Panzer, Erstes Dessauer Glas- und Gebäudereinigungsgeschäft“

in das Handelsregister eingetragen wird. Der Sohn, Rudolf Panzer, wird zum Prokuristen bestellt.

In der Zeit der Führung der Firma durch den 1909 in Dessau geborenen Rudolf Panzer, zunächst als Geschäftsführer tätig, wird das Unternehmen seinen wirtschaftlichen Höhepunkt, dann Zerstörung und mühseligen Wiederaufbau, nunmehr in einer historisch völlig gewandelten Zeit, erleben.
Zunächst den Beruf eines Optikers erlernend, macht Rudolf Panzer in den Jahren 1934-1937 eine Lehre als Glasreiniger, die er am 1.April 1937 mit der Gesellenprüfung abschließt. Noch im gleichen Jahr legt er am 12.Oktober in Magdeburg seine Meisterprüfung als Glas- und Gebäudereinigermeister erfolgreich ab.

Die Firma ist weiter auf Erfolgskurs, bis zum Kriegsbeginn 1939 erhöht sich die Zahl der Mitarbeiter auf bis zu 50 Personen.

ueber-uns-04Bauhaus Dessau
Reinigung der Glasfassaden in Höhen bis zu 16 m,
bei Arbeiten über 14m kommen Strickleitern zum Einsatz

Mit Kriegsbeginn 1939 erhält Rudolf Panzer die Einberufung zur Wehrmacht, er sollte erst lange nach Kriegsende seine Familie und seinen Betrieb wieder sehen. In der Zwischenzeit wird zu seiner Vertretung sein Schwager, Walter Grampe, als Geschäftsführer eingestellt, der diese Aufgabe dann bis 1949 wahrnimmt 1941 übergibt Selma Panzer das Geschäft an Rudolf Panzer, welcherab 30.Juni 1941 als Inhaber der Firma „Max Panzer Erstes Dessauer Glas- und Gebäudereinigungsgeschäft“ im Handelsregister geführt wird.

Das vorläufige Ende erfährt der Betrieb mit dem verheerenden Bombenangriff am 7.März 1945. Dieser legt das Stadtzentrum und damit auch alle bisher genannten Firmensitze in Schutt und Asche.

Doch bereits im Oktober 1945 kann unter der Leitung von Walter Grampe die Geschäftstätigkeit neu belebt werden, wenngleich in der Zeit von Oktober 1945 bis Jahresende der Umsatz mit 1446,26 RM bescheiden ist, gibt es doch nur wenige nicht oder nur leicht beschädigte Objekte.

Endlich, am 16.April 1949 kehrt Rudolf Panzer aus russischer Gefangenschaft heim.
Mit Gerichtsbeschluß vom 6.Juli 1950 wird die Pflegschaft über Rudolf Panzer aufgehoben.

Mit dem fortschreitenden Wiederaufbau in den fünfziger Jahren gelingt es Rudolf Panzer, den Betrieb weiter auszubauen. Der Kundenstamm vergrößert sich, dazu zählen u. a. in Dessau die Betriebe RAW, ABUS, ELMO, JUNKALOR, weiterhin Frauenklinik, Rathaus, die Warenhäuser (Konsum, HO), darüber hinaus Ladengeschäfte in Dessau, Zerbst und Rosslau. Die Zahl der Mitarbeiter wächst bis auf 17 Kollegen, darunter befindet sich auch der Enkel des Firmengründers, Eugen Panzer, der 1952 als Lehrling in den Betrieb eintritt.

1960/1961 verschlechtern sich die Existenzbedingungen dramatisch, die Firma wird aus der Handwerksrolle ausgeschlossen und zwangsweise in einen Gewerbebetrieb umgewandelt, mit der Konsequenz erhöhter Steuerabgaben. Nach dem Bau der Berliner Mauer gibt die SED-Leitung der Stadt Dessau an die volkseigenen Betriebe und Staatlichen Institutionen die Direktive aus, die Verträge mit Privatfirmen zu kündigen und stattdessen das inzwischen gegründete sog. Dienstleistungskombinat (DLK) zu binden. Auf Grund dieser Entwicklung schrumpft die Zahl der Mitarbeiter, anfangs infolge Flucht nach Westdeutschland, später wegen besserer Verdienstmöglichkeiten im volkseigenen DLK. Exemplarisch für die Entlohnung der Glas- und Gebäudereiniger in jener Zeit liest sich ein Antrag von Rudolf Panzer an die Abt. Löhne der Ortsgewerkschaftsleitung (FDGB) vom Februar 1977:

„Hiermit bitte ich um Genehmigung für die Lohneinstufung in Lohngruppe VIII, 1,96 M plus 9,52 % Aufstockungen = Akkordrichtsatz 2,15 M, für den Kollegen Eugen Panzer, wohnhaft in Dessau, Str. d. DSF 6, geb. am ………. in Dessau, gemäß Tarifvertrag v. 1.2.54 für die Handwerksbetriebe des Bauhaupt- und Baunebengewerbes. Eugen Panzer ist am 2.Juni 1977 25 Jahre in meinem Betrieb tätig, usw.“

In der Folge ist die Zahl der Kunden stark rückläufig, die Sparkasse Dessau kündigt als erste, der einzige größere Auftraggeber, die MITROPA Dessau, bleibt der Firma noch jahrelang treu. Mit den noch 4 verbleibenden Mitarbeitern verlagern sich die Arbeitsbereiche schwerpunktmäßig nach Zerbst (Molkerei, Schraubenfabrik, HO- und KONSUM- Geschäfte, private Ladengeschäfte) und in die Industrieregion Bitterfeld (Chemiewerk Bitterfeld, Filmfabrik Wolfen). Politisch gewollt werden die wenigen noch verbliebenen privaten Handwerksbetriebe weiter unter Druck gesetzt, so wird der Fa. Panzer am 25.April 1973 der Vertrag für die Glasreinigung der HO-Geschäfte in Zerbst gekündigt.

1981 tritt Eugen Panzer, nunmehr in der 3. Generation, die Nachfolge an, der Betrieb wird wieder in die Handwerksrolle eingetragen. Bis zur politischen Wende 1989/90 ist der Firmeninhaber zugleich sein einziger Arbeitnehmer.

Seine Ehefrau, Lieselotte Panzer, übernimmt bereits zu diesem Zeitpunkt neben ihrer hauptberuflichen Beschäftigung die kaufmännischen Angelegenheiten.
In den Jahren bis 1990 bleibt die Glasreinigung bei den bis dahin noch existierenden privaten Ladengeschäften in Dessau und Rosslau sowie bei den HO- bzw. KONSUM -Geschäften in Rosslau (diese sind mit der Arbeitsqualität des DLK unzufrieden) das wesentliche Betätigungsfeld der Firma.

Mit der politischen Wende beginnt auch eine neue Entwicklungsphase. Am 21.Mai 1991 erfolgt die Umschreibung der Firma auf die Unternehmensform „Gewerbebetrieb“ entsprechend der gesetzl. Vorgaben.

In der Folgezeit erfährt der Betrieb eine rasche Vergrößerung seines regionalen Betätigungsfeldes, die Belegschaft wächst auf zeitweilig bis zu 25 Mitarbeiter an. Frühere Kunden können wiedergewonnen und neu gegründete bzw. sich ansiedelnde Unternehmen als Geschäftskunden akquiriert werden.

Lieselotte Panzer gibt 1989 ihren bis dahin ausgeübten Beruf als Finanzbuchhalterin eines mittelständischen Dessauer Unternehmens auf und übernimmt bis 1999 hauptberuflich die kaufmännische Leitung der nun schnell und unaufhaltsam wachsenden Firma.
Zusammen mit ihrem Mann Eugen gelingt es, das Unternehmen unter marktwirtschaftlichen Bedingungen zu einem soliden und wirtschaftlich gesunden Betrieb auszubauen, was besonders in den turbulenten Nachwendezeiten durch Zahlungsausfälle und Gesamtvollstreckungen einiger Kunden kein leichtes Unterfangen darstellt.

Durch seinen jüngeren Bruder Wolfgang Panzer , welcher in den 1990 er Jahren angestellt war, fand Eugen Panzer eine tatkräftige Unterstützung in allen Belangen der Glasreinigung.

Um die Familientradition fortführen zu können, wurde am 01.01.2000 mit dem Sohn von Eugen Panzer , Thomas Panzer, eine GbR gegründet. Dieses Bündnis musste jedoch am 31.12.2002 wieder gelöst werden, da sich Thomas Panzer hauptberuflich in das Ausland begab und somit seine Aufgaben in der Firmenleitung nicht mehr ausüben konnte.

Ein Nachfolger musste nun erneut gesucht werden, um das Überleben des Betriebes für die Zukunft und die Arbeitplätze von 19 Arbeitnehmern zu sichern.

Frau Annett Möbius, (- seit 1992 bereits im Unternehmen ,zunächst als kaufmännische Angestellte beschäftigt, absolvierte im Jahre 2001 erfolgreich Ihre Gesellenprüfung und war seit dem unter anderem mit der Leitung der Gebäudereinigung eigenverantwortlich betraut- ) begann im Jahre 2003 mit Ausbildung zum Meister des Gebäudereinigerhandwerks.

Mit der Novellierung der Handwerksordnung im Jahre 2004 fiel der Beruf des Gebäudereinigers in die Anlage B der zulassungsfreien Handwerke.

Somit war der Weg frei, um das Unternehmen an Frau Möbius zum 01.01.2005 übergeben zu können.

Am 02.02.2005 erfolgte der Eintrag in das Handelsregister Stendal HRA 979 “ Glas -und Gebäudereinigung Panzer e. K. – Inhaber: Annett Möbius.

Aufgabe und Ziel der nunmehr neuen Geschäftsführung wird es sein, die Leistungsfähigkeit der Firma den jeweils aktuellen Markterfordernissen anzupassen, um somit auch die Zukunft des Betriebes und die seiner Arbeitnehmer zu sichern. Dank seiner qualifizierten und engagierten Mitarbeiter wird er auch zukünftig ein zuverlässiger und bewährter Partner bleiben.

Im Januar 2014 wurde das Unternehmen umbenannt in Möbius Dienstleistungen e.K. und im Dezember 2014 erfolgte der Umzug in Brauereistraße 13.